Mit gutem Beispiel

Arbeitsschutz mit Struktur

Die Avant Gebäudedienste GmbH in Erfurt geht das Thema Arbeitssicherheit systematisch an. Das hat viele Vorteile: So lassen sich Risiken am Arbeitsplatz gezielt ermitteln, geeignete Maßnahmen für den Arbeitsschutz festlegen und wirkungsvoll umsetzen.

Frank Reichardt ist Sicherheitsfachkraft bei Avant Gebäudedienste in Erfurt. Wichtige Grundlage seiner Arbeit sind Zertifizierungen und Begutachtungsverfahren, und zwar nach DIN ISO 9001, sowie das Arbeitsschutzmanagementsystem (AMS BAU) der BG BAU. Das strukturierte Vorgehen klingt trocken und kompliziert, erleichtert aber tatsächlich die Arbeit in der Praxis, wie Reichardt beschreibt: „Hat man alle Infos erst einmal zusammen, dann ist es ganz einfach, das Ganze mit Leben zu füllen.“ Beispielsweise gibt es für Meldungen von Beschäftigten einen Vordruck. „Denn selbst wenn bei uns Sicherheit Chefsache ist, lebt Arbeitsschutz durch den Informationsfluss von oben nach unten wie auch von unten nach oben“, ergänzt Geschäftsführer Steffen Lange. „Wir können nicht alles wissen.“

Portät von Geschäftsführer Steffen Lange und Sicherheitsfachkraft Frank Reichardt von Avant Gebäudedienste aus Erfurt.
Geschäftsführer Steffen Lange (links) und Sicherheitsfachkraft Frank Reichard schaffen Strukturen für die Arbeitssicherheit, die alle im Unternehmen umsetzen.
Bild: Christopher Schmid

Herzstück in der Arbeitsschutzorganisation sind regelmäßige Besprechungen: bei Begehungen in den über ganz Thüringen verteilten Objekten, in den Teams vor Ort, im Arbeitsschutz-Ausschuss des Unternehmens und auch regelmäßig im Stammsitz zwischen Geschäftsführung und Sicherheitsfachkraft. Optimierungspotenzial im Arbeitsschutz gibt es immer: Jeder noch so kleine Unfall wird ausgewertet und dabei überlegt, ob eventuell die Gefährdungsbeurteilung oder die Unterweisung von Maßnahmen verändert werden müsste.

„Wenn wir gute Arbeit wollen, dann brauchen wir auch gute und gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen.“
Steffen Lange
Mann schneidet Hecke mit einer elektrischen Heckenschere. Den Akku trägt er in einem Rucksack. Er schützt sich mit Gehörschutz, Handschuhen und einer Schutzbrille.
Elektrische Heckenschere ohne Gefährdung durch Abgase. Der Akku sitzt ergonomisch in einem Rucksack. In der Gefährdungsbeurteilung wurden zudem das Tragen von Gehörschutz, Handschuhen und Schutzbrille festgelegt.
Bild: Christopher Schmid

Elektroantrieb statt Emissionen

Da die 225 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Avant Gebäudedienste GmbH neben der Reinigung auch häufig Dienstleistungen in der Grünpflege erbringen, kommt eine Vielzahl an Maschinen zum Einsatz. Frank Reichardt hat sich dabei in vielen Fällen für die Anschaffung von emissionsfreien, elektrischen Antrieben entschieden – zum Beispiel für akkubetriebene Gebläse, Heckenscheren oder Rasentrimmer. Das Praktische dabei: Der Akku ist meist kräfteschonend in einer Art Rucksack untergebracht. Auch in weiteren Gesichtspunkten wird bei Neuanschaffungen auf den Arbeitsschutz geachtet, wie Frank Reichardt beschreibt: „Ergonomie und Klimaanlagen im Fahrerhaus bei Kehr- oder Winterdienstmaschinen sind uns genauso wichtig wie die Lärmreduktion.“ Steffen Lange bringt die Einstellung des Unternehmens wie folgt auf den Punkt: „Wenn wir gute Arbeit wollen, dann brauchen wir auch gute und gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen.“

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Mit dem Newsletter der BG BAU erhalten Sie alle wichtigen Meldungen und aktuelle Informationen zum Thema Arbeitsschutz per E-Mail – so etwa auch Hinweise zu neuen Arbeitsschutzprämien und Seminarangeboten.

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Die Unterweisungen bei Avant Gebäudedienste finden regelmäßig und bei Bedarf anlassbezogen statt. Gibt es zum Beispiel eine neue Kehrmaschine, wird unterwiesen, wie diese sicher betrieben wird. Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz spielen in der Landschaftspflege in vielen Bereichen eine Rolle: etwa bei der Infektionsgefahr durch Tierkot, der richtigen Kleidung gegen Kälte im Winter und im Sommer gegen UV-Strahlung, bei Verletzungsrisiken durch Dornen und Gestrüpp wie auch bei körperlichen Belastungen. „Wir setzen hier auf ergonomische Rosenscheren, bei der sich die Schere anstelle des Handgelenks bewegt“, erläutert Frank Reichardt eine der vielen Maßnahmen.


Coronapandemie

Im Laufe der Coronapandemie mit den sich ändernden Anforderungen an den Infektionsschutz hat sich das strukturierte Vorgehen beim Arbeitsschutz bewährt. Die zeitnah vermittelten Informationen der AHA+L-Regeln und die umgesetzten Maßnahmen haben zu einem niedrigen Infektionsgeschehen im Unternehmen beigetragen. Die Bilanz: Bis Mitte Oktober gab es gerade einmal vier Personen in Quarantäne.
 

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