Sicher arbeiten

„Chef, es brennt!“

Wie Sie Ihre Beschäftigten vor schädlicher UV-Strahlung schützen können.

Mit dem heranrückenden Sommer nimmt auch die natürliche UV-Strahlung zu, die im Sonnenlicht enthalten ist. Als Chefin oder Chef müssen Sie Ihre Beschäftigten vor den UV-Strahlen schützen, da sie die Haut und die Augen schädigen können. Wir geben konkrete Tipps, wie dies gelingt.

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Am Himmel strahlende Sonne mit Thermometer über 30 Grad.
Gefährdung durch UV-Strahlung
Bild: vladimir18 - stock.adobe.com

Mittwoch um 12 Uhr auf der Baustelle.

Yannik: Chef, es brennt!

Chef Deniz: Wo denn?

Yannik: Auf dem Kopf, auf den Armen, in den Augen! Echt fies, die Sonne.

Chef Deniz: Dann nagle die Bretter doch unter dem Zelt zusammen. Dafür haben wir es aufgebaut!

Yannik: Die Bretter müssen danach aber noch aufs Dach!

Chef Deniz: Damit wir nicht die ganze Zeit die pralle Sonne abkriegen, fangen wir doch schon am frühen Morgen mit der Arbeit an.

Yannik: Stimmt, heute Morgen war's noch ganz angenehm. Aber gleich muss ich da rauf aufs Dach, und dann gibt’s die volle Dosis Mittagssonne!

Chef Deniz: Keine Sorge, wir wechseln uns ab. Jeder montiert nur eine halbe Stunde. Außerdem bist du vernünftig angezogen – und die UV-Schutzcreme benutzt du für die noch ungeschützten Stellen. Das ganze Zeug haben wir schließlich nicht umsonst dabei. Haben wir alles letzte Woche besprochen.

Yannik: Ist aber ganz schön ungewohnt mit den langen Klamotten in der Sonne und dem Tuch am Helm.

Chef Deniz: Da gewöhnst du dich schon dran – und es hilft! Die Sonnenbrille steht dir übrigens! Rote Haut und ein Ledernacken eher nicht. Und solche Geschwüre, wie Thomas sie auf Kopf und Ohren hat, willst du sicher nicht bekommen.

Yannik: Na gut, denn mal los …


Warum die Sonne gefährlich werden kann

Beschäftigte in der Bauwirtschaft sind häufig dem Sonnenlicht und damit auch der natürlichen ultravioletten Strahlung (UV-Strahlung) ausgesetzt. Diese kann Haut und Augen schädigen – zum Teil dauerhaft. Was viele nicht wissen: UV-Strahlung schädigt die Haut schon vor einem Sonnenbrand. Auf lange Sicht gesehen kann daraus weißer Hautkrebs entstehen. In den Augen kann natürliche UV-Strahlung Reizungen, Entzündungen oder Lichtempfindlichkeit auslösen.
 

So können Sie der natürlichen UV-Strahlung technisch, organisatorisch und persönlich entgegenwirken:

    • Sorgen Sie für Arbeitsplätze im Schatten.
    • Nutzen Sie Überdachungen, Wetterschutzzelte, Sonnensegel und Ähnliches.
    • Planen Sie Arbeiten so, dass Beschäftigte im Schatten arbeiten können.
    • Verlegen Sie Arbeiten im Freien bei hohem UV-Index möglichst an die Tagesrandzeiten: das heißt vor 11 Uhr und ab 16 Uhr.
    • Wechseln Sie zwischen Tätigkeiten mit und ohne UV-Belastung und verteilen Sie Arbeiten auf mehrere Beschäftigte.
    • Ermöglichen Sie Ihren Beschäftigen Pausen im Schatten oder in Innenräumen.
    • Sorgen Sie dafür, dass Ihre Beschäftigten eine Kopfbedeckung tragen, die auch Stirn, Nacken und Ohren schützt: etwa einen Schutzhelm mit Nackenschutztuch und Stirnblende;
    • eine UV-Schutzbrille aufsetzen oder Visiere nutzen;
    • lange UV-Schutzkleidung oder andere lange, luftdurchlässige Kleidung tragen;
    • freie Körperstellen mit UV-Schutzcreme eincremen – und alle zwei Stunden nachcremen.
Grafik UV-Index mit Zeit als Sonne und Team aus der Baubranche.
Von April bis einschließlich September sind bei Außenarbeiten zwischen 11 und 16 Uhr Schutzmaßnahmen gegen UV-Strahlung notwendig.
Bild: Florian Perez - xmedias

Wann ist die Belastung besonders hoch?

Besonders hoch ist die Belastung durch UV-Strahlung in Mitteleuropa in den Monaten April bis September zwischen 11 und 16 Uhr. Auch bei bewölktem Himmel bleibt die UV-Strahlung meist stark.
 

Regelmäßige Unterweisungen

Die jährliche Unterweisung informiert die Beschäftigten über alles Wichtige zum Schutz vor UV-Strahlung. Als Arbeitgeberin oder Arbeitgeber sind Sie für Unterweisungen zuständig. In der vorangehenden Gefährdungsbeurteilung legen Sie fest, ob, warum und wie sich die Beschäftigten vor UV-Strahlung schützen müssen.
Ein guter Zeitpunkt für die UV-Schutz-Unterweisung ist mit Saisonbeginn Anfang April. Und damit das Thema immer sichtbar ist: Hängen Sie am Einsatzort beispielsweise ein Plakat der BG BAU mit den wichtigsten Tipps zum Schutz vor natürlicher UV-Strahlung auf.

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