Mit gutem Beispiel

Testen: So wird's gemacht!

Beim Bau eines Logistikzentrums zeigt die BREMER AG, wie vorbildlich sich der Infektionsschutz während der anhaltenden Coronapandemie umsetzen lässt – unter anderem mit Antigen-Schnelltests direkt vor Ort.

Seit Dezember 2020 – und damit schon lange bevor das Testen im großen Stil begann – führt die BREMER AG auf ihrer Großbaustelle im hessischen Lich regelmäßig Antigen-Schnelltests auf das Coronavirus durch. Extra engagiert wurde dazu die Betriebssanitäterin Dagmar Süzgec. Die 57-Jährige nimmt den Nasen-Rachen-Abstrich direkt aus dem geöffneten Fenster ihres Baucontainers an der Zufahrt zur Baustelle vor. Das ist für alle Beteiligten inzwischen zur absoluten Routine geworden. Die Vorarbeiterinnen und Vorabeiter kommen jede Woche jeweils montags und freitags zum Test. Alle anderen Beschäftigten auf der Baustelle können sich bei Bedarf jederzeit testen lassen. Auch das Personal des Bauherrn nimmt das Angebot vor Begehungen auf dem Baufeld mit seiner Fläche von 202.000 Quadratmetern in Anspruch. Ein negatives Testergebnis ist zudem zwingend erforderlich, um an Baubesprechungen vor Ort teilnehmen zu dürfen.

Bis die eigens geschulte Betriebssanitäterin engagiert werden konnte, hatte Oberbauleiter Sebastian Frevert, der den Bau des Logistikzentrums für die Generalunternehmerin BREMER AG verantwortet, vergeblich mehrere einschlägige Anbieterinnen und Anbieter angefragt, um das Testen direkt auf dem Gelände möglich zu machen. „Wir sind sehr froh, dass Frau Süzgec jetzt bei uns ist. Denn das Angebot wird enorm gut angenommen. Es gibt allen zusätzliche Sicherheit“, sagt Sebastian Frevert, der einen Vorrat an Tests angelegt hat – damit die ausgeklügelte Strategie auch bei möglichen Lieferengpässen fortgeführt werden kann.

„Unser Testangebot gibt allen zusätzliche Sicherheit.“
Sebastian Frevert, BREMER AG

Vorbildliche Hygiene

Die Testungen sind nur ein Bestandteil der vielen Maßnahmen, die der Oberbauleiter für einen vorbildlichen Infektionsschutz ergriffen hat: Die Büroräume der BREMER AG wurden mit Plexiglas-Trennschutzscheiben versehen. Zugleich arbeiten alle Beschäftigten in Einzelcontainern. Besprechungen erfolgen bevorzugt digital. Braucht es doch den direkten Austausch, finden die Runden nur mit den Hauptverantwortlichen statt – und zwar mit viel Abstand, regelmäßigem Lüften und FFP2-Maske. Jeden Montag wird eine Anwesenheitsliste aller vor Ort tätigen Unternehmen und Beschäftigten erstellt und im Laufe der Woche entsprechend der tatsächlichen Präsenz aktualisiert.

Betriebssanitäterin
Bild: Dominik Buschardt

Ohne Kompromisse durch die Pandemie

Um die Hygiene auf der Baustelle zu optimieren, gibt es neben mobilen Toiletten auch Sanitärcontainer mit Wasseranschluss und Waschbecken. Eine Reinigungsfachkraft ist den ganzen Tag auf dem Areal unterwegs, desinfiziert, füllt Seifen- und Desinfektionsspender nach und räumt auf den Wegen auf, um etwa Stolperfallen zu entfernen und damit für zusätzliche Sicherheit zu sorgen. Auch die Betriebssanitäterin macht Rundgänge über das weitläufige Gelände, das auch über ein eigenes Betonmischwerk verfügt. Sie kontrolliert, ob alle OP- oder FFP2-Masken tragen und auf Abstand, Hygiene und Lüften achten.

Reinigung des Sanitär-Containers auf der Baustelle Logistikzentrum Lich.
Mit hohen Hygienestandards gegen das Coronavirus: Die Reinigung der Sanitärcontainer erfolgt mehrmals täglich.
Bild: Dominik Buschardt

Diese verschiedenen Corona-Maßnahmen gehen weit über die Anforderungen des SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards für das Baugewerbe hinaus. Und sie gehen ins Geld. Sebastian Frevert beziffert die Mehrkosten auf rund 90.000 Euro. Für diese Sonderausgaben hat er die volle Rückendeckung durch die Unternehmensleitung der BREMER AG mit Sitz in Paderborn. Wie ernst das Unternehmen die Corona-Lage nimmt, beweist es beim Umgang mit Corona-Verdachtsfällen: „Kurz vor Weihnachten gab es zwei Corona-Fälle bei dem Tiefbauunternehmen, das die anliegenden Straßen baut“, berichtet Sebastian Frevert. „Aus Vorsicht haben wir alle Beschäftigten drei Tage früher in Weihnachtspause geschickt.“ Als es nach den Feiertagen wieder losging, wurden erst einmal alle, die auf der Baustelle arbeiten, getestet.

Corona-Test auf einer Baustelle im Logistikzentrum Lich.
Bild: Dominik Buschardt

Christian Haardt war als Aufsichtsperson der BG BAU (siehe auch „Das Virus in Schach halten“) während des gesamten Bauprozesses wiederholt vor Ort und ist vom Engagement überzeugt: „Diese Baustelle zeigt, dass sicheres Arbeiten in der Pandemie möglich ist und wie es geht“, sagt er. Neben den Corona-Maßnahmen kommt aber auch der Arbeitssicherheit ein hoher Stellenwert zu: Nur wenn wenn sie unabdingbar sind, werden Stufen- und Plattformleitern genutzt, bevorzugt aber Hubarbeitsbühnen sowie fahrbare Arbeitsbühnen. Da geht Sebastian Frevert keine Kompromisse ein: „Zwei Subunternehmer haben noch mit alten Sprossenstehleitern gearbeitet. Ich habe sie darauf aufmerksam gemacht, dass es deutlich sicherere Lösungen gibt“, sagt er. Dasselbe macht er bei unsachgemäßen Kabeln. Aber auch die Arbeitsprozesse werden mit allen beteiligten Firmen so geplant, dass Gefahrenbereiche möglichst weit voneinander entfernt liegen, sodass es nicht zu gegenseitigen Gefährdungen kommt. Baustraßen und Fahrwege sind in allen Bauphasen streng getrennt. Schwerlastfahrzeuge – etwa mit Fertigbauteilen für das knapp 19 Meter hohe Logistikzentrum – verkehren auf gesonderten Routen.

Für Sebastian Frevert haben sich Infektionsschutz und Arbeitssicherheit ausgezahlt: Der Rohbau wurde termingerecht fertiggestellt – ohne gravierende Unfälle und ohne Corona-Infektionen.

Betonierarbeiten
Bild: Dominik Buschardt
Büroanmeldung
Bild: Dominik Buschardt
Betonmischer
Bild: Dominik Buschardt
Luftaufnahme von der Baustelle Lich
Bild: BREMER AG

2. Juni 2022

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