Ein mit Lifeline gesicherter Bauarbeiter erwartet ein Holzbauteil mit Seitenschutz an einem Kran. Im Hintergrund ist ein Kirchendach.
Bild: Zimmerei Christ
Mit Gutem Beispiel

Zimmerei Christ: Wie integrierter Arbeitsschutz funktioniert

Der Familienbetrieb aus dem Spessart verbindet traditionelles Handwerk mit innovativen Verfahren. Die Investitionen in nachhaltiges und sicheres Arbeiten machen das Unternehmen für Fachkräfte und Auftraggeber attraktiv.

Die Zimmerer des Meisterbetriebs Christ sind „Grenzgänger“. Mitten im Nordspessart, dort, wo die Landesgrenze zwischen Hessen und Bayern verläuft, kenne man sich mit beiden Landesbauordnungen gut aus, sagt Geschäftsführer Michael Christ. Vor dreizehn Jahren hat er den Zimmereibetrieb von seinem Vater übernommen. Das Unternehmen beschäftigt 19 Zimmerer und Spengler, bildet seit jeher im eigenen Betrieb aus und bindet Mitarbeitende langfristig. Das gelingt dem Familienunternehmen durch ein kollegiales Betriebsklima sowie gute und sichere Arbeitsbedingungen. Sein Vater agiert als zweiter Geschäftsführer, seine Mutter leitet das Büro.

Gruppenbild aller Mitarbeiter der Zimmerei Christ vor einer Holzwand.
Ein eingespieltes Team um Michael Christ (u. Mitte)
Bild: Zimmerei Christ

Traditionelles Handwerk: modern und sicher

Früher sei die Errichtung von Dachstühlen auf Massivbauten der Haupterwerb des Unternehmens gewesen, das kürzlich sein 50-jähriges Jubiläum begangen hat. Seit die Teuerung bei Baumaterialien sowie hohe Finanzierungskosten den Bauboom beendet haben, übernimmt Christ ein weitgefächertes Auftragsspektrum: von der Dachsanierung über den Holzrahmen- bis zum Ingenieurholzbau. Diese Neuausrichtung erforderte Investitionen in Innovationen und Know-how. Auch damit hat das Unternehmen eine Grenze überwunden und sich neue Geschäftsfelder erschlossen – und nicht nur hier: Zur Begutachtung und Vermessung von Dachflächen setzte der Betrieb früh auf Drohnentechnik. „Anfangs machte die Drohne nur Bilder, jetzt liefert sie uns exakte Maße aus Punktwolken, die sich in Planungssoftware verarbeiten lassen“, erläutert Bauingenieur und Zimmerergeselle Jonas Mathes. „Das spart Zeit und Aufwand und ist deutlich sicherer, als zuerst aufs Dach zu steigen.“

Illustration eines Lautsprechers mit Briefen.
Bild: Julien Eichinger - stock.adobe.com

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Arbeitsschutz hilft bei der Fachkräftebindung 

Wie vorausschauend sich der Arbeitsschutz in betriebliche Prozesse integrieren lässt, erfuhr Christ, als er das Sicherheitskonzept für eine Großbaustelle mitten in der Frankfurter Innenstadt erstellen musste. „Das war ein Schlüsselerlebnis“, erinnert sich Christ. „Da habe ich begonnen, mich systematisch mit Arbeitsschutz in unserem Unternehmen zu beschäftigen.“ Neben den wirtschaftlichen Vorteilen sichere das alle ab und gebe zugleich ein gutes Gefühl – den Beschäftigten, Auftraggebern und letztlich dem Unternehmen selbst.

Mit Lifeline gesicherter Zimmerer schlägt Nägel auf einem Bodenelement aus Holz vor dem Hintergrund der Frankfurter Skyline ein.
Bei Christ arbeiten sie meist hochoben, aber immer gesichert und mit Abstand zur Absturzkante.
Bild: Zimmerei Christ

Sicheres Arbeiten generell mitdenken 

In der Konsequenz gibt es für alle Tätigkeiten Montagekonzepte und Ausführungsplanungen, die den Erfordernissen des Auftrags angepasst werden. Die Vorarbeiter unterziehen jede Baustelle vor der Arbeitsaufnahme einem obligatorischen Gefährdungscheck. Leitern kommen nur zum Einsatz, wenn es nicht anders geht – und dann als Podestleitern. Bei Dacharbeiten sind Dachfangnetze Standard. Für den Holzrahmenbau hat Christ einen Montagetisch mit BG BAU-Zuschuss angeschafft und für die Endmontage von Fertigteilen gibt es einen Kran mit Arbeitsbühne. Die Beschäftigten sind im Umgang mit persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) unterwiesen und allesamt als Ersthelfer geschult. Für Asbestarbeiten – die Altlast taucht häufig bei der Dachsanierung auf – verfügt Christ über den entsprechenden Sachkundenachweis. 

Die Zimmerei Christ verbindet traditionelles Handwerk mit modernen Prozessen: lokal verwurzelt und wettbewerbsfähig.

1. Juni 2026

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