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Der Bau mit Fertigteilen nimmt ungemindert zu, denn die Vorteile liegen auf der Hand: Mit ihnen lassen sich Personalaufwand und Kosten reduzieren. Sie machen damit das Bauen lukrativer, erlauben effizienter und mitunter sicherer zu arbeiten. Doch der Umgang mit den teils großformatigen und meist tonnenschweren Lasten stellt Bauunternehmen vor logistische und sicherheitstechnische Herausforderungen. Für Transportvorgänge, Lagerung und Endmontage braucht es sichere technische Lösungen zum Anschlagen, aber vor allem zur Lastaufnahme. Deshalb ist die Unterscheidung zwischen Lastaufnahmemittel (LAM) und Anschlagmittel so wichtig. Wie der Name sagt, übernimmt ein LAM die angeschlagene Last, während das Anschlagmittel ein LAM mit dem Hebezeug, etwa dem Kranhaken, verbindet. Beide Komponenten dürfen nicht mehr Last heben, als die vom Hersteller angegebene maximale Tragfähigkeit zulässt.
Die Last muss so angeschlagen werden, dass sie ihre Position nicht unbeabsichtigt verändern kann. Die Grundanschlagarten sind:
Beim direkten Anschlagen verbindet das Anschlagmittel einen oder mehrere Anschlagpunkte der Last mit dem LAM.
Die Anschlagmittel werden um die Last gelegt, die freien Enden durch das jeweilige Gegenende nach oben geführt und an den Lasthaken oder eine Traverse gehängt.
Dabei liegt die Last nur in den Anschlagmitteln und kann ihre Position beim Hebetransport verändern. Der Hängegang ist auf der Baustelle in der Regel verboten!
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Wie die Last eines Bauteils gehalten wird, dafür gibt es zwei grundlegende Prinzipien: kraftschlüssig und formschlüssig. Kraftschlüssige Systeme halten das Bauteil durch Reibung, Saug-, Magnet- oder Klemmkräfte fest und funktionieren, weil ein Anpressdruck auf die Oberfläche des Materials wirkt. Bei formschlüssigen Systemen greifen dagegen zwei oder mehr Teile ineinander, zum Beispiel in vorhandene Aussparungen, Schlaufen oder Transportanker. Durch Umfassen, Unterfassen oder Umschließen halten sie das Bauteil sicher fest.
In der jüngeren Vergangenheit kam es beim Verheben von Holzbauelementen mit kraftschlüssig wirkenden Hebeklemmen zu Unfällen mit teils schwerwiegenden Folgen. Fehlanwendungen, aber auch die Materialbeschaffenheit der Bauteile sorgten dafür, dass die Lastkräfte nicht aufgenommen wurden. Um solchen Unfällen vorzubeugen, empfehlen Fachleute der BG BAU, formschlüssige LAM wie Schlaufen, Ketten, Haken, Traversen mit Lasthaken oder Schraubsysteme zu verwenden.
Auch beim Formschluss beeinflussen Eigenschaften wie Holzfeuchte, Risse und Faserverlauf ebenso wie Neigungswinkel, Randabstand oder Einschraubtiefe die Lastaufnahme. Deshalb sind für vollständig sicheres Heben die Vorgaben der LAM-Hersteller hinsichtlich Traglast, Verwendungsanleitung und -häufigkeit ohne Ausnahme maßgebend. Einweghebebänder und andere so gekennzeichnete LAM sind für nur einen Hebezyklus vorgesehen. Das umfasst bis zu vier- bis fünfmaliges Verheben vom Montagetisch über den Transport bis zum finalen Einbau. Für dauerhaft ausgelegte LAM gelten Prüfzyklen, die nur qualifizierte Personen vornehmen und dokumentieren dürfen.
3. Juni 2026