Sicher arbeiten

Auf dem Rad sicher durch die Stadt

Viele Beschäftigte nutzen auf dem Weg zur Arbeit oder auch während der Arbeitszeit das Fahrrad. Damit es dabei nicht zu Unfällen kommt, ist es wichtig, vorausschauend zu fahren und den Blick für risikoreiche Situationen zu schärfen.

Gutes Wetter, teure Spritpreise – da liegt der Gedanke nahe, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. Das dachte sich auch der Maurergeselle Dennis Müller: Helm auf und raus auf die Straße beziehungsweise auf den Fahrradweg. Wie immer parken einige Pkw auf dem Radweg. Als Dennis Müller auf die Straße ausweicht, passiert es: Ein Autofahrer öffnet seine Tür und es kracht. Sein eigentliches Ziel – die Baustelle – erreicht Dennis Müller an diesem Tag nicht, stattdessen muss er ins Krankenhaus.

Dieses fiktive Beispiel zeigt, wie schnell es in der Stadt zu einem Fahrradunfall kommen kann. Laut Unfallstatistik 2020 der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) waren an 26,5 Prozent der 113.181 bei ihr gemeldeten Straßenverkehrsunfälle Fahrräder beteiligt. Lediglich mit dem Pkw passierten noch mehr Unfälle.
 

Vorsicht bei Querverkehr und abbiegenden Lkw

Beschäftigte, die mit dem Fahrrad unterwegs sind, sind in der Stadt einigen Risiken ausgesetzt. Diese entstehen insbesondere durch Querverkehr, etwa an Ausfahrten und Einmündungen. Weitere Gefahrenquellen sind plötzlich öffnende Türen von haltenden Fahrzeugen sowie kombinierte Rad- und Fußwege. Hier kommen sich Verkehrsteilnehmende schnell in die Quere. Gefährlich ist zudem die Abbiegespur an Ampeln. Lkw können Radfahrerinnen und Radfahrer leicht übersehen. Gerade in der Stadt sollten alle Personen, die sich im Straßenverkehr bewegen, gut sichtbar sein und schnell auf Unvorhergesehenes reagieren können. „Wenn das Fahrrad nicht ordnungsgemäß gewartet ist oder wichtige Ausstattung wie Licht oder Bremsen fehlen, führt dies zu einem höheren Unfallrisiko. Feste Schuhe und auffällige Kleidung erhöhen die Sicherheit. Auch einen Helm zu tragen, ist sehr empfehlenswert“, erklärt Dr. Nancy Weber von der BG BAU. Zudem sei es wichtig, die Fahrweise an die Sicht und die Witterungsverhältnisse anzupassen. Vorausschauendes, langsames Fahren ist im morgendlichen oder abendlichen Berufsverkehr ratsam, wenn Dämmerlicht die Sicht einschränkt.

Immer mehr Betriebe setzen auf Dienstwegen zudem E-Bikes oder Lastenräder ein. Sie werden anders genutzt und gewartet als gewöhnliche Fahrräder. Damit Beschäftigte auf E-Bikes in der Stadt sicher unterwegs sind, sollten sie sich zunächst an die vergleichsweise hohe Geschwindigkeit gewöhnen. Insbesondere Anfahren, Bremsen und Kurvenfahren sollten Beschäftigte üben, weil hierbei häufig Unfälle passieren. Bei Lastenrädern ist zusätzlich auf Ladungssicherheit zu achten. „Das Gewicht der Ladung beeinflusst das Lenk- und Bremsverhalten. Ungesicherte und ungünstig verteilte Ladung erhöht das Risiko weiter“, sagt Dr. Weber. Kommt ein Lastenrad dann ins Straucheln, kann das gerade in engen Straßen mit Gegenverkehr und beidseitig parkenden Autos gefährlich werden.
 

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Über Anforderungen informieren

„Jedes Fahrrad muss der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung entsprechen“, erklärt Dr. Weber. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber können Beschäftigte darauf hinweisen, welche Vorgaben ein Fahrrad erfüllen muss. Unter anderem sind zwei unabhängig voneinander wirkende Bremsen, eine Klingel, weiße Scheinwerfer und Rückstrahler sowie rutschfeste Pedale verpflichtend. Zudem kann die Unternehmensleitung zu Sicherheitstrainings anregen. „Sie sensibilisieren für Gefahrensituationen und Strategien für sicheres Fahren, um die Fahrfertigkeiten zu verbessern“, sagt Olivera Scheibner vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR). Der DVR bietet spezielle Beratungsangebote für Betriebe, mit deren Hilfe Gefährdungen im Straßenverkehr ermittelt werden können.


Checkliste für das sichere Rad:
https://publikationen.dguv.de

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