Sicher arbeiten

Den Drucktest nicht vergessen!

Schnellwechseleinrichtungen bei Erdbaumaschinen sorgen für Flexibilität und erweitern die Einsatzfähigkeit, sie verriegeln jedoch nicht immer sicher. Ein einfacher Test bringt Sicherheit für alle Beteiligten.

Schnellwechseleinrichtungen (SWE) sind eine praktische Sache: Innerhalb weniger Augenblicke wird aus einem Abrissbagger ein Radlader. Die Maschine bleibt dieselbe, nur das Werkzeug wechselt. Mit wenigen Steuergriffen tauscht die Maschinistin oder der Maschinist die Abbruchzange gegen eine Ladeschaufel, ohne den Bedienstand zu verlassen. Mehr ist nicht zu tun … Doch! Eine Kleinigkeit, die im Zweifelsfall lebensrettend seinkann, fehlt: der Gegendrucktest.
 

Erst der Test bringt Gewissheit

Denn die SWE verriegeln nicht immer sicher. Ein Gegendrucktest zeigt schnell und eindeutig, ob das neue Anbaugerät nach dem Tauschvorgang korrekt sitzt. Herabfallende Maschinenteile stellen eine große Gefahrenquelle dar, die immer wieder zu schweren, mitunter tödlichen Unfällen führt. Für den Test nimmt die Maschinistin oder der Maschinist den Bagger zunächst in Augenschein und überprüft die Verriegelung. Dann wird das Werkzeug auf einer ebenen Fläche unter leichtem Druck auf den Boden gepresst. Sitzt die Verriegelung nicht korrekt, würde der Schnellwechsler spätestens in diesem Moment aus der Führung gleiten. Erst wenn alles sicher sitzt, kann die Arbeit beginnen.

  • Sind Ausleger und Anbaugerät zusammengeführt, muss der Verriegelungsmechanismus per Knopfdruck ausgelöst werden. Das wird vergessen, zum Beispiel wenn der Arbeitsgang unterbrochen wird. Wird die Arbeit fortgesetzt, liegt das Anbaugerät ungesichert in der Aufnahme und fällt anschließend heraus.

  • In manchen Fällen schließen die Bolzen nicht exakt in den Aufnahmeklauen, sondern darüber. Weder der anhaltende Warnton, der nur ertönt, während die Bolzen ausfahren, noch der ausgefahrene Prüfstift geben Hinweis, ob die Bolzen richtig sitzen.

  • Die Bolzen fahren aus, setzen aber am Verschluss der Aufnahme auf. Die unvollständige Verriegelung muss nicht sofort auffallen. Denn die Bolzen drücken gegen die Aufnahme und bilden eine Klemmverbindung, die zunächst hält. Wird die Belastung am Anbaugerät zu groß, fällt es plötzlich herunter.

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Zusätzliche Sicherheit für Schnellwechselsysteme

Viele SWE besitzen zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen, die Fehler bei Verriegelungen vorbeugen. Das können akustische und optische Warnsignale sein, die Bedienpersonen
alarmieren, wenn das Anbaugerät nicht korrekt verriegelt ist. Zukünftig sollen auch mechanische oder elektronische Sperren dafür sorgen, dass Maschinen mit unverriegelten SWE stillstehen.

Eine Norm, die Anforderungen für SWE festgelegt, wird derzeit von einem Kreis von Fachleuten auf den Weg gebracht. Unternehmerinnen und Unternehmer sollten bei der Beschaffung von Erdbaumaschinen auf Schnellwechseleinrichtungen achten, die über zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen verfügen. Die BG BAU fördert die Anschaffung solcher Systeme. Ist es nicht vermeidbar, Maschinen ohne zusätzliche Sicherheitsvorkehrung einzusetzen, muss das die Gefährdungsbeurteilung aufgreifen und die Beschäftigten sind in wirksamen Schutzmaßnahmen zu unterweisen. Ob mit oder ohne ergänzende Sicherheitseinrichtung: Der Gegendrucktest ist Pflicht.
 

Weitere Informationen:
Anschaulicher Videoclip der Schweizer Unfallversicherung (SUVA) zum Thema Gegendrucktest:
https://t1p.de/drucktest-suva

Sichere Schnellwechseleinrichtungen als Arbeitsschutzprämie:
www.bgbau.de/schnellwechseleinrichtung

Vier lebenswichtige Regeln für hydraulische Schnellwechsler:
www.bgbau.de/plakat-regeln-schnellwechseleinrichtung
 

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