Im Gespräch

„Beschäftigte haben ein Recht auf sichere Arbeitsplätze“

BG BAU-Präventionsleiter Björn Kass spricht über wirksamen Arbeitsschutz, Unterstützungsangebote und sein Ziel, Unfälle und Berufskrankheiten weiter zu reduzieren.

Herr Kass, Sie beschäftigen sich beruflich schon seit vielen Jahren mit Fragen des Arbeitsschutzes. Warum ist Ihnen das Thema so wichtig? 

Die Kolleginnen und Kollegen in der Bau- und Reinigungsbranche, die täglich verschiedensten Risiken bei ihrer Arbeit ausgesetzt sind, haben ein Anrecht auf sichere und gesunde Arbeitsplätze. Das ist für mich eine Selbstverständlichkeit und geht über die reine Einhaltung von Vorschriften hinaus. Gute Arbeitsbedingungen und eine gelebte Sicherheitskultur – von oben nach unten – sind ein wesentlicher Faktor für den Erfolg eines Unternehmens.

Nicht alle sind vom Sinn und Nutzen des Arbeitsschutzes überzeugt. Wie begegnen Sie dem Argument, dass Sicherheitsvorgaben die Arbeit langsamer, komplizierter und teurer machen? 

Natürlich hört man dies öfter, aber der Vorbehalt ist nicht nachhaltig. Gut geplante Arbeitsabläufe sowie vorausgedachte Maßnahmen zur Minimierung von Risiken und Verhinderung von Unfällen machen sich bezahlt. Unfälle bedeuten immer eine Störung des Arbeitsablaufs und verursachen Ausfälle – häufig in operativen Schlüsselfunktionen. Dadurch können hohe Folgekosten entstehen. Das Regelwerk des Arbeitsschutzes hilft, die Arbeit sicher und effizient zu gestalten.

Was ist aus Ihrer Sicht der Schlüssel, um eine gemeinsame und lebendige Sicherheitskultur zu schaffen? 

Hier kommt es auf das Verhalten der Beschäftigten an. Wird die Vorbildfunktion im Arbeitsschutz nicht auf allen Ebenen gelebt, hat das Thema schlechte Chancen, sich zu verstetigen. Ich halte es ebenfalls für wichtig, die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten als zentrales Unternehmensziel zu kommunizieren und dazu eine offene Fehlerkultur zu etablieren.

Siegel Sicher & Schlau!
Bild: neues handeln – BG BAU

Die Arbeitsschutzprämien der BG BAU

Investitionen in sicheres und gesundes Arbeiten - bezuschusst von der BG BAU!

 

Welchen Eindruck haben Sie in Ihrer Zeit in der Bauwirtschaft von der Präventionsarbeit der BG BAU gewonnen? 

Die Präventionsarbeit der BG BAU habe ich fast immer positiv und lösungsorientiert erlebt. Sollte dies einmal nicht so gewesen sein, war es hilfreich, sich klarzumachen, dass man eine gemeinsame Aufgabe hat: den Schutz der Beschäftigten. Die praxisnahen Handlungshilfen und insbesondere die Schulungs- und Qualifizierungsangebote der BG BAU unterstützen Unternehmen effektiv bei der Umsetzung der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes. Nicht vergessen darf man die individuellen Beratungsmöglichkeiten durch Aufsichtspersonen sowie ihre Mitwirkung an maßgeschneiderten, unternehmensspezifischen Seminaren.

Was haben Sie sich in Ihrer neuen Funktion als Präventionsleiter der BG BAU vorgenommen? 

An erster Stelle will ich dazu beitragen, die Unfall- und Berufskrankheitszahlen weiter zu senken. Das möchte ich in konstruktiver und strategischer Zusammenarbeit mit der Selbstverwaltung sowie insbesondere mit unserer Prävention vor Ort angehen. Hier ist es mir wichtig, die operativen Kapazitäten der Präventionsarbeit zu stärken. Darüber hinaus sind aus meiner Sicht Branchenverbände, Gremien von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberorganisationen sowie weitere externe Akteure wertvolle Partner der BG BAU. Gemeinsam mit ihnen möchte ich zukünftig verschiedene Themen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes voranbringen.
 

Björn Kass, Präventionsleiter der BG BAU, steht vor einer verspiegelten Wand.
Bild: Jan-Peter Schulz – BG BAU

Zur Person: Björn Kass ist seit dem 1. Juli 2026 Präventionsleiter der BG BAU. Zuvor war der Diplom-Bauingenieur (FH) in der Bauwirtschaft tätig – zuletzt in verantwortlichen Positionen für die Themen Arbeitssicherheit, Qualitätsmanagement und Organisationsentwicklung bei der FRANKI Grundbau GmbH sowie der PORR GmbH & Co. KGaA. Ehrenamtlich hat sich Björn Kass mehrere Jahre lang in der Selbstverwaltung der BG BAU engagiert und war dort Mitglied des Vorstands und Vorsitzender des Präventionsausschusses.

3. September 2026

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