Sicher arbeiten

Bauen und arbeiten ohne PFAS

PFAS sorgen für vorteilhafte Materialeigenschaften, gelten aber für Mensch und Umwelt als problematisch – am Bau und in der Reinigung. Was Unternehmen zum Schutz ihrer Beschäftigten, Kunden und der Umwelt tun können.

Auch am Bau und in der Gebäudereinigung sind per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) gefragt: Sie sind eine Gruppe synthetischer Chemikalien mit außergewöhnlicher Stabilität sowie wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften. In der Industrie finden sie seit Jahrzehnten breite Verwendung und sind in zahlreichen Alltagsprodukten enthalten. PFAS zerfallen in der Umwelt kaum und werden deshalb „Ewigkeitschemikalien“ genannt. Sie reichern sich in Organismen an und sind mit Gesundheits- und Umweltrisiken verbunden. In der Europäischen Union (EU) wird derzeit über eine Beschränkung oder gar ein Verbot von PFAS verhandelt. Dazu werten die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) und Behörden aus mehreren Mitgliedstaaten Studien und Daten aus und haben ein Regulierungsverfahren gestartet. Eine Entscheidung der Europäischen Kommission wird für die kommenden Jahre erwartet.

Illustration eines Lautsprechers mit Briefen.
Bild: Julien Eichinger - stock.adobe.com

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Gesundheitsgefährdungen durch PFAS

PFAS gelangen über Staub, Abrieb, Witterungseinflüsse oder Abwässer in die Umwelt. Im Bauwesen sind sie in vielen Materialien und Produkten enthalten und können bei der Ver- und Bearbeitung freigesetzt werden. Herkömmliche Reinigungsmittel sind selten mit PFAS versetzt, da deren abweisende Eigenschaften kontraproduktiv wären. Doch Mittel zum Beschichten oder Imprägnieren, die vor Öl, Wasser oder Schmutz schützen, können PFAS enthalten.

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Bild: neues handeln

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Während die Allgemeinheit hauptsächlich über das Trinkwasser und die Nahrungskette mit PFAS belastet wird, ist Reinigungspersonal zweifach betroffen: durch den direkten Umgang mit PFAS-haltigen Produkten und den Kontakt mit bereits kontaminierten Oberflächen. Am Bau laufen Beschäftigte Gefahr, sie über die Luft beim Arbeiten aufzunehmen. Studien belegen Leberschäden, Immunstörungen, erhöhte Krebsrisiken und andere gesundheitliche Risiken durch PFAS.

© MAAGTECHNIC AG

Die Chemie der PFAS

PFAS bestehen aus einer Kette von Kohlenwasserstoffmolekülen, wobei die Wasserstoffatome entweder vollständig oder teilweise durch Fluoratome ersetzt sind. Dieses Strukturmerkmal zwischen Kohlenstoff und Fluor erklärt die außerordentliche Stabilität gegenüber Temperatur und Chemikalien. PFAS werden strukturell grob in kurzkettige, langkettige und sogenannte Fluorpolymere unterteilt. Insbesondere Letztere kommen in Bauprodukten und -materialien zum Einsatz. Ein prominentes Beispiel für ein Fluorpolymer ist PTFE, besser bekannt als Teflon.

Fast immer Alternativen 

Mit ihrer Stabilität und Haltbarkeit bringen PFAS auch am Bau und Reinigung erwünschte Eigenschaften mit. PFAS in Imprägniermitteln und Reinigern mit PFAS-basierten Tensiden lassen sich ersetzen. Denn für viele Anwendungszwecke gibt es PFAS-freie Alternativen. Es empfiehlt sich zu prüfen, ob für eine Tätigkeit auch Produkte ohne PFAS die Anforderungen erfüllen. Die Gefährdungsbeurteilung hilft, auch bei dieser Frage strukturiert die richtige Entscheidung zu treffen.

Produkt/MaterialBesondere EigenschaftAlternative ohne PFAS
Farben, LackeUV- und witterungsbeständig, wasser-, öl- und schmutzabweisendFarben mit acrylat-, alkyd- oder siloxanbasierten Zusätzen
Reinigungsmittel mit
Tensiden auf PFAS-Basis
wasser-, öl- und schmutzabweisend; verbesserte BenetzungReiniger mit silikon- oder polymerbasierten Tensiden
Imprägniermittel und BeschichtungenBeständigkeit, Antihaftfunktion mit Schutz vor Korrosion und Belägen (Antifouling)Produkte mit acrylat-, alkyd- oder siloxanbasierten Zusätzen
Kältemittel für Wärmepumpen
und Klimageräte
Temperatur einstellbarAmmoniak, Kohlenstoffdioxid, Isobutan und Propan als Kältemittel
SchaumfeuerlöscherBildung von Wasserfilmen beschleunigt das LöschenFeuerlöscher auf Wasserbasis oder mit PFAS-freien Schäumen
Arbeitskleidungwasser-, öl- und schmutzabweisend, chemikalienbeständig, feuerfestJe nach Schutzfunktion PFAS-freie Alternative, bei Feuerschutz bisher nicht ersetzbar
   
Ein Pinsel taucht in weiße Farbe.
PFAS sorgen dafür, dass Lacke und Farben UV- und witterungsbeständig sind. Sie können durch alternative Zusätze ersetzt werden.
Bild: Friedberg - stock.adobe.com

PFAS erkennen und vermeiden

Es ist nicht immer einfach zu erkennen, in welchen Produkten PFAS enthalten sind. Liegt der Anteil von PFAS unter einer bestimmten Konzentration, muss der Hersteller sie nicht zwingend als Inhaltsstoff angeben. Bei Bauprodukten tut sich etwas und einige Anbieter führen PFAS haltige Inhaltsstoffe zunehmend in Sicherheitsdatenblättern auf. Denn Kundinnen und Kunden drängen auf Transparenz und möchten nicht dauerhaft mit potenziell gesundheitsschädlichen Stoffen leben. Bauunternehmen, die sich frühzeitig kümmern und PFAS-frei arbeiten, kommen diesem Kundeninteresse entgegen, schützen ihre Beschäftigten und sind außerdem auf ein mögliches Verbot dieser Stoffe vorbereitet.

9. März 2026

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