Bild: Jan Pauls Fotografie
Im Gespräch

"Wir versuchen täglich, Leben zu retten"

Die Arbeitssicherheit vor Ort verbessern, Unfälle analysieren und Gefahren entgegenwirken: Aufsichtspersonen wie Denny Hillert setzen den Präven­tionsauftrag der BG BAU täglich vor Ort um.

Was macht eine Aufsichtsperson eigentlich?

In erster Linie versuchen wir, täglich Leben zu retten, durch eine sehr gute Präventionsarbeit. Des Weiteren beraten und schulen wir die bei der BG BAU versicherten Unternehmen sowie ihre Angestellten. Und darüber hinaus sind wir auch im Austausch mit Verantwortlichen aus Bauleitung und Planung sowie Architektinnen und Architekten, die auf die Arbeitssicherheit vor Ort großen Einfluss haben, für die wir aber grundsätzlich nicht zuständig sind.

Welche alltäglichen Aufgaben gibt es?

Wir kontrollieren und überwachen Baustellen. Dabei geht es da­rum, Unfälle und Berufskrankheiten möglichst zu verhindern. Wir ordnen bei Bedarf Maßnahmen an und leiten bei groben Verstößen auch Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten ein. Kommt es zu Unfällen, machen wir Untersuchungen, befragen Zeuginnen und Zeugen sowie Verletzte und kontaktieren die jeweiligen Unternehmen, um auf entsprechenden Arbeitsschutz hinzuwirken.

 

„Arbeitsschutz in den Köpfen zu etablieren, ist eine tägliche Herausforderung. Aber es lohnt sich: Denn hinter jedem Unfall steckt ein menschliches Schicksal.“

Das hört sich nach einer herausfordernden Rolle an…

Ja, Arbeitsschutz in den Köpfen zu etablieren, ist eine tägliche Herausforderung. Aber es lohnt sich: Denn hinter jedem Unfall steckt ein menschliches Schicksal. Umso wichtiger ist es, auf der Baustelle und beim Gebäudemanagement gute Überzeugungsarbeit zu leisten. Denn Arbeitsschutz ist nicht unbedingt beliebt, sondern wird eher als unbequem und aufwendig betrachtet – auch wenn das eigentlich so nicht stimmt und er als wichtiger Teil der Arbeit anzusehen ist. Manche Sprüche sagen mehr als Worte: Im Gleisbau heißt es etwa: „Im Nachbargleis fährst du nur einmal mit.“

Was motiviert Sie dabei?

Ich habe immer gern mit Menschen gearbeitet und versucht, für andere einzustehen. In meinem Job setze ich mich täglich dafür ein, dass alle am Bau – unabhängig von den Umständen – täglich gesund zu Familie oder Freundinnen und Freunden zurückkehren. Ich habe den besten und gleichzeitig einen der unbeliebtesten Jobs der Welt.

Wie haben die Lockdown-Maßnahmen der vergangenen Monate Ihre Arbeit verändert?

Die Einschränkungen waren natürlich problematisch. Auch wenn wir anfangs vieles per E-Mail oder Telefon erledigt haben, waren wir doch – so gut es ging – für unsere Kundinnen und Kunden da. Aber dennoch: Ich ziehe den persönlichen Kontakt vor, auch weil Mimik und Gestik in solchen Gesprächen sehr wichtig sind. Und das Thema Hygiene spielte natürlich auf einmal eine noch größere Rolle, auch wenn es vor der Coronavirus-Pandemie auf Baustellen auch schon oft zur Sprache kam.

Bild: Jan Pauls Fotografie

Denny Hillert

Seit 2012 Aufsichtsperson bei der BG BAU. Bekannt ist Hillert auch aus dem Fernsehformat „Achtung Kontrolle!“. Er weiß, worauf es in der Praxis ankommt: Zuvor arbeitete der Meister in „Gleisbau und Sicherungstechnik Eisenbahn“ unter anderem als Geselle im Straßen- und Tiefbau sowie im Gleisbau als Maschinist, Vorarbeiter, Bau- und stellvertretender Niederlassungsleiter sowie als Maschinenmeister (Einsatzleiter). Bei der BG BAU wirkt er im Fachbereich Gleisbau mit und bringt dort seine speziellen Kenntnisse „an den Mann“.

Thema Social Media: Sie sind auf einigen Kanälen sehr aktiv – wie hilft Ihnen das bei ihrer Arbeit?

Über Social Media-Plattformen kann ich einige unserer Kundinnen und Kunden besser erreichen und effektiver ansprechen. Zum Beispiel nutze ich am liebsten Instagram. Das gefällt mir am besten. Es funktioniert ja weitestgehend über Bilder. Kleidung und Ausstattung spielen eine wichtige Rolle. Wenn ich dort mit der richtigen PSA (persönliche Schutzausrüstung) erscheine, dann nehmen meine Follower das wahr. Arbeitsschutz ist da ein Faktor: Er wirkt attraktiv und ist Ausdruck von Professionalität. Allerdings nutze ich auf Instagram einen privaten und einen dienstlichen Account. Ich möchte das bewusst trennen.

Facebook ist für mich doch stärker eine Freundschaftsplattform, trotzdem spielen hier auch Aspekte meiner Arbeit als Aufsichtsperson eine Rolle. Allerdings nutze ich ganz bewusst die „Privatsphären-Einstellungen“ und kann besser steuern, wer was sieht.

Sie beteiligen sich auch an Diskussionen auf den Social Media-Kanälen der BG BAU und steuern Inhalte bei – weshalb engagieren Sie sich?

Ich mag unsere Kanäle, die BG BAU ist damit definitiv am Puls der Zeit und genauso wie mit meinem Beruf kann ich mich auch damit identifizieren. In meinem Arbeitsalltag werde ich häufig mit denselben Argumenten konfrontiert, warum dies und jenes zu aufwändig oder zu bürokratisch ist. Auf solche Anmerkungen habe ich schon immer die richtige Antwort. Wenn eine Diskussion in eine bestimmte Richtung läuft und ich glaube, etwas Richtiges beitragen zu können, dann schalte ich mich ein oder mache gleich einen Videoclip, um zu zeigen, wie es gut funktionieren kann.

Interview: Ewelina Achenbach

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