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Gut versichert

Neue Berufskrankheit Hüftgelenksarthrose

Wenn eine Erkrankung als Berufskrankheit anerkannt wird, gibt es erst einmal viele Fragen. So ist es auch bei der Arthrose des Hüftgelenks, die seit 2020 als „Koxarthrose durch Lastenhandhabung“ als Berufskrankheit behandelt wird.

Für BG BAU aktuell hat Dr. Thomas Solbach vom Arbeitsmedizinischen Dienst (AMD) der BG BAU die wichtigsten Fragen beantwortet:

Welche Beschwerden verursacht eine Arthrose des Hüftgelenks?

Sie beginnt meist schleichend mit Schmerzen, die von der Leiste bis zu den Knien ausstrahlen können. Die Schmerzen können bei Belastung auftreten, häufig sind auch eine Morgensteifigkeit oder nächtliche Schmerzen. Im Verlauf kann es zu Bewegungseinschränkungen und zunehmenden Schmerzen bei kurzen Gehstrecken kommen.
 

Welche Untersuchungen sind nötig?

Nach einem Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt erfolgt die weitere Diagnostik durch bildgebendes Röntgen der Hüften sowie zumeist eine Beckenübersichtsaufnahme. Ärztinnen und Ärzte suchen dann nach typischen röntgenologischen Zeichen einer Koxarthrose und teilen diese dann in Schweregrade ein. Weitere Untersuchungen, etwa mit Kernspintomografie oder Computertomografie, können nötig sein, insbesondere wenn Beschwerden, der klinische Untersuchungsbefund und das Röntgenbild nicht übereinstimmen.
 

Können Hüftbeschwerden auch andere Ursachen haben?

Ja, sie können auch durch Frakturen, Hüftdysplasien, entzündlich­ rheumatische Erkrankungen oder eine Hüftkopfnekrose entstehen.
 

Wie sieht die Behandlung aus?

Eine bereits entstandene Verschleißerkrankung (Arthrose) lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Die Beschwerden lassen sich jedoch lindern. Insbesondere bei noch moderaten krankheitsbezogenen Einschränkungen hilft Sporttherapie. Sie kann die krankheitsbezogenen Schmerzen verringern und die Beweglichkeit verbessern. Bei Übergewicht ist eine Gewichtsabnahme sinnvoll. Schmerz­ und entzündungshemmende Medikamente lindern die Beschwerden, wobei Opiate vermieden werden sollen. In fortgeschritteneren Stadien führt ein künstlicher Gelenkersatz meist zu einer guten Funktion und weitgehender Schmerzverminderung.
 

Was müssen Unternehmerinnen und Unternehmer jetzt wissen?

Der wissenschaftlichen Begründung dieser Berufskrankheit zufolge ist das Heben und Tragen von Lasten mit einem Gewicht von mehr als 20 Kilogramm gefährdend, wenn dies mindestens zehnmal pro Tag geschieht. Entsprechende Belastungen können bei verschiedenen Berufsgruppen des Baugewerbes auftreten, aber auch in Kranken­ pflegeberufen und bei Tätigkeiten in der Landwirtschaft.
 

Wie lässt sich einer Hüftgelenksarthrose vorbeugen?

Grundsätzlich sind die erforderlichen Maßnahmen die gleichen wie bei der Berufskrankheit „bandscheibenbedingte Erkrankungen der Lendenwirbelsäule“, die unter anderem durch langjähriges schweres Heben und Tragen verursacht werden. Als Grundregel kann gelten, schweres Heben und Tragen von Lasten über zirka 15 Kilogramm Gewicht möglichst zu vermeiden und ergonomisches Arbeiten zu fördern.

So hilft die BG BAU

Die BG BAU unterstützt Unternehmen bei der Prävention von Berufskrankheiten, die durch körperliche Belastungen entstehen. Dazu stellt sie umfangreiche Informationen zur Verfügung und fördert das ergonomische Arbeiten mit Arbeitsschutzprämien.

www.ergonomie-bau.de
www.bgbau.de/tipps-heben-tragen

Weitere Informationen finden Sie auch unter:
https://bgbauaktuell.bgbau.de/bk-hueftgelenksarthrose

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