Bild: ZDB - Anne Hufnagl
Im Gespräch

Mit Sicherheit beim Nachwuchs punkten

Im Interview erklärt der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes, Felix Pakleppa, warum sichere und gesunde Arbeitsplätze ein Wettbewerbsvorteil bei der Nachwuchsgewinnung sind und wie Unternehmen hier aktiv werden können.

Herr Pakleppa, was spricht für eine Ausbildung auf dem Bau?

Die Baubranche hat viel zu bieten: Wir haben sichere Arbeitsplätze mit einer zukunftsfähigen Perspektive und guten Karrieremöglichkeiten. Die Erfahrung in der Pandemie hat gezeigt, wie wichtig und verlässlich unsere Handwerksbetriebe in Krisenzeiten sind. Wir haben weitergearbeitet und uns auch in der Pandemie als Wirtschaftsmotor und stabilisierender Faktor erwiesen. Ein weiterer Pluspunkt der Branche ist, dass sie vielseitige Berufsbilder, aber auch einen hohen Grad an Spezialisierung aufweist. Mit der Digitalisierung kommen viele spannende Tätigkeitsfelder dazu, zum Beispiel, wenn es um den Umgang mit Drohnen, VR-Brillen oder 3-D-Druckern geht. Und was ich besonders wichtig finde: Auf dem Bau wird Teamarbeit großgeschrieben. Es gibt einen festen Zusammenhalt unter den Kollegen – das findet man so nicht überall. Sie sehen, es gibt viele gute Gründe, um eine Ausbildung auf dem Bau zu beginnen.
 

Welche Rolle spielt das Thema Arbeitsschutz?

Arbeitsschutz ist ein wichtiger Faktor, denn junge Menschen, aber auch deren Eltern und Angehörige schauen sich genau an, wo sie ihren Berufsweg beginnen. Sicherheit und Gesundheit werden für junge Menschen immer wichtiger. Wenn wir diese „Trendthemen“ in den Blick nehmen, können wir unsere Attraktivität erhöhen. Für die Betriebe ist das eine große Chance: Ein guter Arbeitgeber, dem sichere und gesunde Arbeitsplätze wichtig sind, kann beim Kampf um die besten Köpfe punkten. Arbeitsschutz ist also nicht nur im Wettbewerb um gute Aufträge von Vorteil, sondern auch bei der Zukunftssicherung durch Gewinnung von Auszubildenden und Fachkräften.
 

Wie kann ein Unternehmen das gut vermitteln?

Unternehmen der Bauwirtschaft sollten offensiv mit ihren guten Arbeitsbedingungen werben. Ein Chef, der für die Themen Sicherheit und Gesundheit einsteht, gewinnt nicht nur Sympathien, sondern auch Interesse. Wichtig ist dabei, eine Sprache zu wählen, die verständlich und glaubwürdig ist, und Kanäle, in denen sich junge Menschen bewegen. Dabei spielen die sozialen Medien natürlich eine große Rolle, aber auch regionale Aktionen – an Schulen, bei Messen und Veranstaltungen – können für Aufmerksamkeit sorgen.
 

Wie unterstützen die Verbände die Unternehmen bei der Suche nach Auszubildenden?

Als Dachverband leisten wir eine übergreifende Nachwuchsarbeit und sorgen für die Stärkung des Profils der Bauwirtschaft als Arbeitgebermarke. Neben einer umfassenden Social-Media-Arbeit stellen wir den Betrieben entsprechendes Merchandising, Werbemittel und Publikationen zur Verfügung. Zudem tragen die Aktivitäten rund um unser „Nationalteam Deutsches Baugewerbe“ dazu bei, das Ansehen der beruflichen Bildung auf dem Bau zu stärken. Damit zeigen wir: Wer eine Ausbildung in einem Bauberuf anfängt, kann es bis ganz nach oben schaffen.

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