Mit gutem Beispiel

"Keiner arbeitet ohne Sicherung in der Höhe"

Das Unternehmen Waske Dächer aus Schwielochsee vereint traditionelles Handwerk mit umfänglichem Arbeitsschutz und gibt dieses Wissen an die nächste Generation weiter.

Seit mehr als 130 Jahren errichtet das Familienunternehmen Waske aus dem Spreewald Dächer aller Art vom Flach- bis zum Reetdach. Dachdeckermeister Lothar Waske blickt auf eine bewegte Firmengeschichte zurück: Sein Urgroßvater hatte das Unternehmen 1889 gegründet. Heute liegt der Hauptsitz in der Gemeinde Schwielochsee in Brandenburg. Von dort aus sind Waske und seine 20 Beschäftigten auch überregional auf Baustellen tätig. Sie beherrschen die Verarbeitung traditioneller Materialien wie Ziegel, Schiefer oder Reet ebenso wie zeitgemäße Abdichtungs- und Dämmtechniken.

Arbeitsschutz von der Pike auf

Seine Vorfahren hätten noch mit spärlichen Schutzeinrichtungen auf Dächern gearbeitet, sagt Waske. Das habe sich heute grundlegend geändert. Waske ist es wichtig, dass seine Beschäftigten sicher und gesundheitsschonend arbeiten. „Dachdecken ist und bleibt eine körperlich fordernde Tätigkeit. Deshalb versuchen wir immer, durch technische Lösungen und eine vorausschauende Organisation so sicher und kraftsparend wie möglich zu arbeiten“, erklärt er.

„Wir versuchen immer, so sicher und kraftsparend wie möglich zu arbeiten.“
Lothar Waske

Dachdeckerkrane und eine Lkw-Teleskopbühne gehören zur Standardausrüstung. Bei mehrgeschossigen Gebäuden werden zukünftig Treppentürme eingesetzt. Der Dachdeckermeister fühlt sich verpflichtet, die Arbeit so zu gestalten, dass jeder die Chance hat, gesund das Rentenalter zu erreichen. Deshalb lernen die Auszubildenden von Anfang an, dass der Arbeitsschutz zum Beruf ganz selbstverständlich dazugehört. Sie kämen gar nicht mehr auf die Idee, ohne Sicherung in der Höhe zu arbeiten.

Lothar Waske, Geschäftsführer von Waske Dächer, aus Schwielochsee
Für Lothar Waske, Geschäftsführer von Waske Dächer, aus Schwielochsee ist Arbeitsschutz Chefsache.
Bild: Stephan Imhof - BG BAU

Mit dem Herzen dabei

Im nahe gelegenen Groß Leine erneuert der Betrieb derzeit das Dach der circa 500 Jahre alten Dorfkirche – für Waske eine Herzensangelegenheit. Denn in der Kirche fand die Trauung seiner Großeltern statt, er selbst wurde dort getauft. Ein halbes Jahrhundert zuvor hatte sein Urgroßvater das Dach der Kirche gedeckt, wie Waske 2019 herausfand, als er einen Dachziegel mit dem Signum „Waske“ entdeckte. Der Legende nach sei sein Urgroßvater in der benachbarten Dorfschenke zudem eine waghalsige Wette eingegangen: Er sollte einen Kopfstand auf dem First des Kirchendachs machen. „Den hat er dann auch gezeigt“, sagt Waske und lacht, „so etwas dürfte heute bei mir keiner mehr machen!“

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