Porträt von Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer Hauptverband der Deutschen Bauindustrie
Bild: BAUINDUSTRIE/Simone M. Neumann
Im Gespräch

"Nur gemeinsam können wir mehr Sicherheit erreichen"

Ein breites Bündnis aus Bau- und Bahnindustrie setzt mit der Unterzeichnung der „Charta für Sicherheit bei Arbeiten und Sicherungsmaßnahmen im Gleisbereich“ ein klares Zeichen. Tim-Oliver Müller erläutert die Hintergründe.


Der HDB hat kürzlich die „Charta für Sicherheit bei Arbeiten und Sicherungsmaßnahmen im Gleisbereich“ unterzeichnet. Was hat es mit der Charta auf sich und warum ist sie wichtig?

Sicherheit und Gesundheit als selbstverständliche Bestandteile der Arbeitskultur auf Gleisbaustellen: Unternehmen und Beschäftigte setzen sich gemeinsam dafür ein, die allgemeinen Sicherheitsregeln einzuhalten, damit Unfallrisiken auf Baustellen erkannt und beseitigt werden. Das ist das Leitbild der Charta. Mit Blick auf den Klimaschutz und eine nachhaltige Mobilität ist es geplant, die Schienenwege auszubauen. Daher ist eine Sicherheitscharta explizit für diesen Bereich sinnvoll. Wirksamer Arbeitsschutz auf Baustellen mit sich ändernden Bauzuständen erfordert Teamwork. Das beginnt damit, sichere Arbeitsmittel und PSA durch die Bauunternehmen bereitzustellen, erfordert aber ganz maßgeblich auch ein Risiko- und Verantwortungsbewusstsein der Beschäftigten für die eigene Gesundheit und die der Kolleginnen und Kollegen. Die Unterzeichnenden bekennen sich dazu, auf die Sicherheit am jeweiligen Arbeitsplatz zu achten, mögliche Unfallrisiken unverzüglich zu beseitigen und Arbeitsschutzbestimmungen einzuhalten.

Porträt von Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer Hauptverband der Deutschen Bauindustrie
Bild: BAUINDUSTRIE/Simone M. Neumann

Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie (HDB)

Tim-Oliver Müller studierte in Berlin strategisches Management mit der Spezialisierung auf Vertrags-, Risiko- und Netzwerkmanagement. Nach seinem Studium war er ab 2011 in unterschiedlichen Positionen im Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) tätig, zuletzt als Leiter des Geschäftsbereichs Wirtschaft, Recht und Digitalisierung. Anfang 2020 wechselte er zu VINCI in Deutschland und sammelte als Leiter Business Development weitreichende Praxiserfahrungen in einem Mitgliedsunternehmen des HDB bevor er vom Präsidium des Verbandes zum Hauptgeschäftsführer berufen wurde.

Warum hat der HDB die Charta unterschrieben?

Damit dokumentieren wir, dass Sicherheit auch auf Gleisbaustellen Priorität hat, und zeigen, dass sich die Unternehmen der BAUINDUSTRIE aktiv für die Vermeidung von Arbeitsunfällen einsetzen. Die BAUINDUSTRIE bietet nicht nur sichere Arbeitsplätze. Auch die Sicherheit am Arbeitsplatz und die Gesundheit der Beschäftigten werden bei uns großgeschrieben – damit sie jeden Tag gesund nach Hause kommen. Das kann helfen, motivierte und engagierte Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. Zudem bekräftigen wir als Spitzenverband der Bauindustrie mit der Unterschrift unter die Charta, dass wir das übergeordnete Präventionsprogramm der BG BAU für sicheres Arbeiten in der Bauwirtschaft unterstützen.
 

Welche besonderen Risiken sehen Sie im Gleisbau?

Die Arbeit im Gleisbereich ist vor allem mit zusätzlichen Gefahren durch den Zugverkehr verbunden. Dazu kommen beispielsweise Besonderheiten von Gleisbaumaschinen und die Arbeit in Eisenbahntunneln. Künftig erwarten wir außerdem häufiger kapazitätsschonende Gleisbaumaßnahmen, die ohne die klassischen Vollsperrungen durchgeführt werden. Denn eine Vollsperrung bedeutet eine Verkehrsverlagerung auf die Straße, und das widerspricht nicht nur dem Klimaschutz, sondern auch volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten. Hier kommt es dann darauf an, die Beschäftigten besonders zu schützen. Hierzu findet eine enge Kooperation zwischen dem HDB und der BG BAU statt.
 

Wen möchten Sie mit der Charta ansprechen?

Als Spitzenverband der Bauindustrie sprechen wir damit bauindustrielle Unternehmen an, die im Gleisbau tätig sind, aber explizit auch die Beschäftigten. Denn nur gemeinsam können wir mehr Sicherheit erreichen. Dass die Charta von einem breiten Bündnis aus Bau- und Bahnindustrie unterstützt wird, zeigt die hohe Relevanz der Teamarbeit für den Arbeitsschutz im Gleisbau.
 

Wann wird aus Ihrer Sicht die Charta zum Erfolg?

Die Charta soll dazu beitragen, dass das Umfeld auf Gleisbaustellen sicheres Arbeiten fördert und fordert. Wenn Sicherheit und Gesundheitsschutz selbstverständlicher Bestandteil der Arbeitskultur sind, werden Arbeitsunfälle vermieden und die Arbeitssicherheit in einem laufenden Prozess weiter verbessert.
 

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