Bild: Manfred Brühne
Mit gutem Beispiel

Auslaufmodell Leiter – so ist's sicherer!

Die Geschäftsleitung der Kemper Gebäudereinigung setzt auf Alternativen zu Leitern und senkt so das Absturzrisiko. Der ausgeprägte Sicherheitsfokus des Unternehmens erweist sich auch im Umgang mit der Coronapandemie als vorteilhaft.

Dass eine Mitarbeiterin auf einer Leiter steht, gehört bei dem Unternehmen Kemper nicht mehr zum Alltag. „Wir haben noch einen Kunden, bei dem ein Fenster von einer Leiter aus gereinigt werden muss, da es anders nicht möglich ist“, sagt Manfred Brühne, Sicherheitsfachkraft bei Kemper. „Das kommt einmal im Vierteljahr vor und wird auch nur vom Vorarbeiter erledigt, der auch als Sicherheitsfachkraft ausgebildet ist.“ Die dafür verwendete Glasreinigerleiter verfügt über Stufen, die einen sicheren Stand ermöglichen. Diese wird auch für die Unterweisung bei Auszubildenden genutzt, denn das Wissen um sicheres Arbeiten trägt zu einer Sicherheitskultur im Unternehmen bei. Werden Stangensysteme verwendet, planen Manfred Brühne sowie seine Kolleginnen und Kollegen den Einsatz so, dass die körperliche Belastung dadurch möglichst gering ist.

Das Traditionsunternehmen Kemper Gebäudereinigung GmbH in Düsseldorf, das seit 1927 tätig ist, beschäftigt heute 125 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und hat auf Nachfrage für Kundinnen und Kunden auch maßgeschneiderte Dienstleistungen etwa für Naturstein- oder Holzbodensanierung entwickelt.

„Wissen um sicheres Arbeiten trägt zur Sicherheitskultur im Unternehmen bei.“
Manfred Brühne, Sicherheitsfachkraft

Selbstverständlich ist die ausgeprägte Sicherheitskultur im Unternehmen in klaren Strukturen verankert: Zwei Sicherheitsfachkräfte kümmern sich um Planung und Umsetzung, fünf ausgebildete Sicherheitsbeauftragte beraten die Unternehmensleitung. Im Ausschuss für Arbeitssicherheit (ASA) kommen alle Sicherheitsthemen mindestens einmal jährlich auf den Tisch. An diesem Prozess ist auch der Arbeitsmedizinische Dienst der BG BAU beteiligt.
 

Ausgeprägte Sicherheitskultur

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen gibt es mindestens einmal im Jahr eine Unterweisung. „Wir sind branchentypisch vielsprachig aufgestellt“, beschreibt Manfred Brühne die sprachlichen Hürden, die er mit Piktogrammen zu lösen versucht: Denn was nutzt die sorgfältigste Gefährdungsbeurteilungen, wenn die darin festgelegten Maßnahmen nicht verstanden und umgesetzt werden? Auf Bildern müssen die Beschäftigten Fehler in den dargestellten Situationen finden. „Wenn Sie mit den Augen rollen, weiß ich: Die Botschaft ist bekannt. In unserem Unternehmen ist allen klar, dass defekte Kabel oder Stecker tabu sind.“

Manfred Kemper, Sicherheitsfachkraft bei Kemper Gebäudereinigung GmbH in Düsseldorf
Manfred Brühne, Sicherheitsfachkraft bei Kemper Gebäudereinigung GmbH in Düsseldorf
Bild: Marc Bartmann
„Die Krise hat uns gezeigt, wie wichtig Gesundheit ist.“

Gibt es Rückfragen zu konkreten Aufträgen, können die meist mehrsprachigen Objektleiterinnen und Objektleiter weiterhelfen. Sie sind an die Führungsebene angebunden und entsprechend gut informiert. Mit ihrem Desinfektions- und Hygienewissen haben sie mitgeholfen, den Infektionsschutz im Unternehmen sicherzustellen. Damit konnten sie insbesondere zu Beginn der Coronapandemie die Verunsicherung abmildern.
 

Wachsam durch die Pandemie

Im Unternehmen gab es bisher nur Covid-19-Verdachtsfälle, die nicht aus dem unmittelbaren Arbeitsumfeld stammten. „Das ständige Wiederholen der Arbeitsschutzregeln sowie das Einhalten von Abstand, Hygiene und Maskentragen hat sich bewährt“, sagt Manfred Brühne. Die Belegschaft bleibt stets wachsam, arbeitet weiterhin in festen Teams, bespricht sich kurz in gut belüfteten Räumen oder an der frischen Luft. Mittlerweile sind einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geimpft. Weniger schön ist, dass durch das verstärkte Waschen und Desinfizieren der Hände zwei Beschäftigte über Hauptprobleme berichtet haben. Zwar sind die Maßnahmen aus dem Hautschutzplan wie die richtige Hautpflege fester Bestandteil bei Unterweisungen und Schulungen – sie werden in Zukunft aber verstärkt Thema sein. Manfred Brühne zeigt sich rückblickend zufrieden, dass bereits vor der Coronapandemie in Sachen Hygiene und Arbeitssicherheit klare Strukturen im Unternehmen geschaffen wurden: „Die Krise hat uns gezeigt, wie wichtig Hygiene und vor allem Gesundheit sind.“

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