Gerd Renz ist Zimmerermeister und Präsident vom Verband des Zimmerer- und Holzbaugewerbes Baden-Württemberg.
Bild: Gerd Renz
Aus der Praxis für die Praxis

Stimmen aus der Selbstverwaltung der BG BAU: Gerd Renz

Arbeitgebervertreter, Renz Holzbau & Bedachungen.

Jenseits von Verboten und Geboten: Welche Möglichkeiten nutzen Sie als Unternehmer, um Ihre Beschäftigten zu einem sicheren Verhalten zu motivieren?

Aus meiner Erfahrung funktionieren Verbote und Gebote nicht. Auch Bestrafungen helfen nicht. Die Mitarbeiter müssen selbst ein Bewusstsein für das Thema Sicherheit entwickeln  Und das geht nur über Gespräche. Wir unterweisen regelmäßig und sprechen auch bei neuen Situationen über Risiken, etwa bei Arbeiten an Gewässern. Manchmal kommt es zu kleineren Unfällen, zum Beispiel wenn sich jemand geschnitten hat. Dann analysieren wir genau, was falsch gelaufen ist, damit das nicht wieder vorkommt. Hilfreich sind auch die Mitarbeiter-Schulungen der Innungen. Wenn dort die Aufsichtspersonen der BG BAU über Gefährdungen sprechen, entstehen gute Diskussionen. Das hilft, damit alle das Thema verinnerlichen.


Was trägt noch zur Sicherheit bei?

Genauso wichtig ist, dass die Unternehmer die richtigen Materialien bereitstellen. Nur wenn zum Beispiel sichere Leitern oder gute Anschlagpunkte vorhanden sind, können die Mitarbeiter auch sicher arbeiten. 


Was tun Sie, wenn Sie sehen, dass einer Ihrer Mitarbeiter ungesichert auf dem Dach arbeitet?

Den hole ich sofort herunter und mache ihm klar, was er falsch gemacht hat. Ein Vorarbeiter, der 30 Jahre im Betrieb ist, meint vielleicht, dass er das Risiko einschätzen kann. Aber er ist auch Vorbild für die Jüngeren, daher akzeptiere ich solch ein Verhalten nicht. Gerade den Azubis müssen wir klarmachen, wie wichtig das Thema Sicherheit ist. Mein Ziel ist es, dass alle meine Mitarbeiter am Abend wieder gesund nach Hause kommen.
 

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