Arbeitswelt im Wandel

Ein ganz anderer Antrieb

Immer mehr Elektrofahrzeuge sind in Deutschland unterwegs und auch viele Baubetriebe satteln auf E-Antrieb um. Dabei sollten Unternehmen in puncto Sicherheit einige Dinge beachten.

Die Funktionsweise von Sensoren erleben wir alle tagtäglich. Als nützliche kleine Helfer können sie auch im Handwerk Prozesse überwachen, Abläufe vereinfachen und einen Beitrag zum sicheren Arbeiten leisten. Neben Pkw sind inzwischen auch viele gängige Transporter mit E-Antrieb und akzeptabler Reichweite verfügbar: Damit werden E-Fahrzeuge zu einer interessanten und emissionsarmen Alternative für Baubetriebe – zumal finanzielle Zuschüsse durch Förderprogramme möglich sind und langfristig womöglich die Kundschaft in Innenstädten mit Verbrennern nicht mehr uneingeschränkt erreichbar sein wird. Setzen Betriebe E-Fahrzeuge im Firmenfuhrpark ein, sollten sie dabei mindestens diese fünf Punkte für mehr Sicherheit beachten:

  • Praxisnah unterweisen
    Stehen Fahrzeuge mit E-Antrieb erstmals im Fuhrpark eines Unternehmens zur Verfügung, sind sie in der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen. Als Chefin und Chef müssen Sie alle Beschäftigten, die diese Fahrzeuge nutzen, unterweisen: Umso praxisnäher dies geschieht, desto sicherer sind sie später unterwegs. Das elektrische Fahren ist anders, als viele es kennen. Vorwissen und Routine sollten Unternehmensverantwortliche nicht voraussetzen.
     
  • Schnellere Beschleunigung beachten
    Im Vergleich zu Verbrennern beschleunigen die Fahrzeuge deutlich schneller. Denn der Elektromotor bietet aus dem Stand heraus nahezu das volle Drehmoment. Der Effekt ist selbst bei weniger motorisierten Modellen enorm: Wer sicher unterwegs sein will, sollte Beschleunigungsvorgang und Fahrgeschwindigkeit noch bewusster kontrollieren.
     
  • Mehr Rücksicht nehmen
    Durch den E-Antrieb sind die Fahrzeuge nahezu geräuschlos und vibrationsfrei unterwegs. Was in Sachen Komfort ein enormer Pluspunkt ist, stellt besonders im Stadtverkehr auch eine Gefahr dar: Denn Fußgängerinnen und Fußgänger können E-Autos schnell überhören. Das gilt besonders für blinde Menschen und Kinder, die etwa Kreuzungen oft schlecht einsehen können. Besondere Rücksicht ist daher wichtig. Neuere E-Fahrzeuge erzeugen ein künstliches Fahrgeräusch, wenn sie mit weniger als 20 km/h unterwegs sind.
     
  • Sicher mit Strom umgehen
    Beschäftigte sollten auf die jeweilige Reichweite und ein rechtzeitiges Aufladen hingewiesen werden – gerade beim Fahren mit schwerer Ladung. Beschädigte Ladekabel und -stationen stellen ein Risiko dar und sollten nicht genutzt werden. Und ganz wichtig: Hände weg von den orangefarbenen Leitungen des fahrzeugeigenen Hochvolt-Systems: Sie führen elektrische Spannungen von bis zu 800 Volt. Bei Unfällen schaltet sich das Hochvolt-System in der Regel automatisch aus. Das bestätigen auch Crashtests. Geschähe dies nicht, wären etwa gefährliche Lichtbögen infolge von Kurzschlüssen bei demolierten Fahrzeugen nicht auszuschließen. Bei Unfällen sollten alle Helfenden und Betroffenen auf die besondere Gefahr bei E-Antrieben hinweisen. Sie ist nicht höher, aber anders gelagert als bei konventionell angetriebenen Fahrzeugen. Sensibilisieren Sie Ihre Beschäftigten dafür bei der Unterweisung.

Winter-Tipp

Bei E-Fahrzeugen sorgt der Eco-Modus für mehr Traktion bei winterlichen Straßenverhältnissen.

  • Brandgefahr richtig einschätzen
    Fahrzeuge mit E-Antrieb brennen Fachleuten zufolge nicht öfter, aber anders: Ursache sind meist beschädigte Batteriezellen oder Fehler beim Batteriemanagement. Kommt es zum Brand, sind sehr hohe Temperaturen möglich, sodass Feuerwehrkräfte zum Löschen sehr viel Wasser und mehr Zeit benötigen. Für den Fall der Fälle kann es daher sinnvoll sein, die Fahrzeuge auf dem Firmengelände mit Abstand zu Gebäuden und anderen Fahrzeugen zu parken. Übrigens: Bei Notrufen wird teils das Kennzeichen abgefragt, um auf das korrekte Rettungsdatenblatt zugreifen und professionell löschen zu können.
     

Sind Beschäftigte unterwiesen und informiert, können E-Fahrzeuge viele Vorteile für Unternehmen bieten: Sie verursachen weniger Kohlenstoffdioxid und überzeugen etwa durch geringere Wartungskosten, effizientere Nutzung und teils größere und besser gestaltete Ladeflächen, da die Batterie im Unterboden verbaut ist. Nicht zuletzt dürften die modernen Fahrzeuge auch Beschäftigte und manche Kundinnen und Kunden begeistern.
 

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