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Sicher arbeiten

Achtung, Sonne! Schützen Sie Ihre Beschäftigten

UV-Strahlung ist gefährlich – besonders für alle, die draußen arbeiten. Hautkrebs ist auf dem Bau die Berufskrankheit Nummer eins. Doch wer UV-Schutz technisch, organisatorisch und persönlich angeht, kann seine Beschäftigten schützen.

Ultraviolette Strahlung (UV-Strahlung) kann durch die Hornhaut tief in lebende Hautschichten eindringen und dort Zellveränderungen auslösen, die später zu Hautkrebs werden. Immer wenn es draußen hell ist, ist auch UV-Strahlung da. Am stärksten ist sie jedoch in den Monaten April bis September und in der Zeit von 11 bis 16 Uhr. Besonders gefährdet sind Dachdeckerinnen und Dachdecker, Maurerinnen und Maurer, Eisenflechterinnen und Eisenflechter und alle, die im Straßenbau oder in der Fassadenreinigung tätig sind. Wichtig: Hautkrebs kann auch ohne Sonnenbrand entstehen!

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Schützen Sie Ihre Beschäftigten nach dem TOP-Prinzip

▸Technische Maßnahmen: Prüfen Sie Maßnahmen, mit denen sich Sonnenbestrahlung vermeiden lässt: Hierzu eignen sich alle Formen von Abschattungen wie etwa Wetterschutzzelte oder geeignete Sonnensegel. www.bgbau.de/wetterschutzzelt

▸Organisatorische Maßnahmen: Vermeiden Sie Tätigkeiten im Freien, wenn die Sonne intensiv scheint. Dies ist insbesondere in den Monaten April bis September in der Zeit von circa 11 bis 16 Uhr der Fall. Verlegen Sie Arbeitszeiten in den frühen Morgen, lassen Sie Pausen im Schatten verbringen und – wenn möglich – fertigen Sie einzelne Elemente im Schatten vor.

▸Persönliche Maßnahmen: Sind diese Maßnahmen nicht ausreichend, bietet entsprechende Kleidung persönlichen Schutz für Beschäftigte (lange Ärmel und lange Hosen, sowie eine schützende Kopfbedeckung, die Nacken und Ohren bedeckt). UV-Schutzcreme sollte dann verwendet werden, wenn ein Schutz auf anderem Wege, etwa für bestimmte Gesichtspartien oder die Handrücken, nicht möglich ist.

Je nach UV-Belastung bedarf es anderer Schutzmaßnahmen: Ausgehend vom konkreten UV-Index-Wert bieten sich jeweils passende Lösungen an.
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Das geht unter die Haut …

Als Teil der Sonnenstrahlung schädigt die UV-Strahlung die Haut. Sie macht sechs Prozent der Sonnenstrahlung aus. Schutz braucht es gegen UV-A- und UV-B-Strahlen. UV-A-Strahlung schafft es sogar durch Fensterglas hindurch. Wie hoch die Belastung ist, lässt sich am UV-Index ablesen: In Deutschland kommt es zu Werten bis zehn, ab dem Wert drei ist Schutz erforderlich.

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und ins Auge

Die UV-Strahlung ist auch für die Augen schädlich. Bei Arbeiten in der Nähe von reflektierenden Oberflächen wie Wasser und Metalldächern ist die UV-Belastung für die Augen besonders hoch. Es drohen Horn- und Bindehautentzündungen und es kann zu dauerhaften Netzhautschäden und Grauem Star kommen. Eine Sonnenbrille mit UV-Filter schützt.

 

Risiken richtig einschätzen

Wer draußen und unter freiem Himmel arbeitet, ist besonders gefährdet: So haben Messungen ergeben, dass Beschäftigte im Dach- und Fassadenbau durch ihre Arbeit einer zehn Mal höheren UV-Belastung ausgesetzt sind als Führerinnen und Führer von Baumaschinen.

 

Richtig eincremen

Ist anderer Schutz nicht möglich, dann sorgen Sie dafür, dass sich Ihre Beschäftigten richtig eincremen. Wichtig ist dabei: ausreichend Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor (am besten Faktor 50) rechtzeitig und gleichmäßig auftragen.

 

Bei Hitze ausreichend trinken

Zusätzlich zur UV-Strahlung kann auch Hitze zur Belastung werden: Dafür sollten ausreichend Getränke wie Mineralwasser oder Saftschorlen bereitstehen und Trinkpausen eingeplant werden.

 

Arbeitsschutzprämien

Bei Investitionen in professionellen Sonnenschutz sind Zuschüsse durch die BG BAU möglich: Bei Sonnenbrillen, Kopfbedeckungen,Funktionsshirts mit UV-Schutz und Wetterschutzzelten können Unternehmen von den Arbeitsschutzprämien profitieren. Details und Fördersummen sind online abrufbar: www.bgbau.de/praemien

Neue Arbeitsschutzprämie: Ab sofort werden Wetterschutzzelte gefördert.
Bild: neues handeln

Gesetzliche Pflichten

Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sind entsprechend Paragraf 3 des Arbeitsschutzgesetzes verpflichtet, Gefährdungen zu vermeiden und Schutzmaßnahmen festzulegen. Das geschieht in Form der Gefährdungsbeurteilung. Der Schutz der Beschäftigten vor Witterungseinflüssen zählt auch dazu. Auch in diesem Fall sollten die Maßnahmen nach dem TOP-Prinzip gewählt werden.

  • ▸Gefährdungsbeurteilung durchführen und dabei UV-Belastung berücksichtigen

    ▸Schutzmaßnahmen nach dem TOP-Prinzip festlegen, umsetzen und prüfen

    ▸Beschäftigte unterweisen und Vorbild sein

    ▸Arbeitsmedizinische Vorsorge ermöglichen

Richtig vorsorgen

Haben Sie Fragen zu UV-Schutz? Kompetente Beratung dazu erhalten Sie von Präventionsfachleuten der BG BAU unter der Servicehotline: 0800 8020100

Oder vom Arbeitsmedizinischen Dienst der BG BAU. An den Standorten wird auch die arbeitsmedizinische Vorsorge duchgeführt. www.amd.bgbau.de/standorte

Für den sogenannten weißen Hautkrebs bestehen Heilungschancen, wenn er frühzeitig erkannt wird!

  • Unter dem Motto „Mach den Sun-Check!“ sensibilisiert die BG BAU im Rahmen ihres Präventionsprogramms BAU AUF SICHERHEIT. BAU AUF DICH. Ihre Versicherten für ein sicheres Arbeiten im Freien. Mehr Informationen zum Programm sowie einen „Selbsttest Hautkrebs“ finden Sie unter: www.bau-auf-sicherheit.de

  • ▸Auf unserer Webseite finden Sie viele weitere Informationen, Broschüren und Infografiken rund um das Thema Sonne und UV-Schutz: www.bgbau.de/uv-schutz

    ▸Die kostenlose „Bauwetter App“ zeigt für jeden Standort den aktuellen UV-Index und empfiehlt angemessene Schutzmaßnahmen: www.bgbau.de/bauwetter-app

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